Kurzandacht aus Unterwegs

Liebe Freunde und Geschwister,
sind Sie in den vergangenen Tagen auch einmal in den Weinbergen unterwegs
gewesen? Ich finde, gerade jetzt im Herbst ist so ein Weinstock ein herrlicher
Anblick. Im Frühjahr hielte man es nicht für möglich – wenn man nicht wüsste,
wie appetitlich einen die Trauben im Herbst anlachen. Wenn sich der Winter neigt, dann sieht der knorrige Stock mit seinen kahlen Reben recht trostlos aus – fast unansehnlich.
So ist das mit Jesus Christus auch. Er ist ein unscheinbarer – ja geradezu
unansehnlicher Herr. Ich denke nur an den Streit über die Kruzifixe in unseren
Schulen. Man hält diesen Anblick sogar für unzumutbar. Aber welche Frucht bringt er in unserer Welt hervor! Er verändert Menschen und wo man ihm nachfolgt, entsteht eine große Menschenfreundlichkeit.
Jesus selbst sagte: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich, könnt ihr nichts tun.“
Das ist eine vitale – eine lebendige Verbindung zwischen Weinstock und Rebe.
Eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus, unserem auferstandenen und
lebendigen Herrn. Es ist eine Beziehung, die von Abhängigkeit geprägt ist. Eine
Abhängigkeit, die gar nicht so dem Lebensgefühl eines Erwachsenen entspricht,
der doch in großer Selbständigkeit lebt. Geb‘s Gott, dass wir immer mehr in die
kindliche Abhängigkeit von Gott hineinwachsen. So, wie jene alte Dame, die sagte: „Früher habe ich alles selbst entschieden, jetzt kann ich ohne Jesus nicht einmal mehr einen Pfannekuchen backen.“
In diesem Sinne wünsche Ihnen ein kindliches Gemüt!
Ihr Christian Hertel